Neuss. Zu einer gemeinsamen Übung mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) hatte der Ortverband Neuss des Technischen Hilfswerks (THW) am Freitag den 04.11.2011 eingeladen. Am späten Nachmittag wurden die Helfer des Technischen Hilfswerk durch die Kreisleitstelle des Rhein-Kreis Neuss alarmiert. „P-Wasser Neuss Danziger Str. Hafenbecken 3 Zustand nach Explosion“ lautete die Alarmierung für die Fachgruppe Wassergefahren. Gleichzeitig wurde der Zugtrupp des 2.Technischen Zuges mit dem Stichwort „Explosion Hafengebiet Danziger Str.“ in den Einsatz geschickt.. Alle erreichbaren Helfer, machten sich sofort auf den Weg zur Unterkunft des THW um dort ihren vorläufigen Einsatzbefehl zu erhalten und die Fahrzeuge zu besetzen. Im Sporthafen wurde das Schlauchboot und das Ponton der Fachgruppe Wassergefahren besetzt um die Einsatzstelle auf dem Wasserweg erreichen zu können. Ebenfalls wurden die Kräfte des Einsatzführungsdienstes und der Sanitätsgruppe des DRK Kreisverbandes Neuss e.V. zu der selbigen Schadenslage alarmiert. Auch hier wurden alle ehrenamtlichen Helfer im DRK-Einsatzzentrum Am Südpark zusammengezogen und rückten gemeinschaftlich in Richtung des Industriehafens aus.

 

Gegen 17:15 Uhr trafen die ersten Einsatzkräfte auf dem Wasserweg wie auch auf dem Landweg an der Einsatzstelle auf dem ehemaligen „Readymix-Gelände“ ein. Das Szenario ließ doch manch ehrenamtlichen Helfer in sich gehen, als sie das durch die Explosion zerstörte Haus mit den Rauchschwaden, sowie die im Umfeld wie auch im Wasser brennenden Trümmer vorfanden. Erst beim Auffinden der ersten verletzten Person, wurde den Helfern klar, dass es sich um eine Übung handelt. Die Übungsleiter hatten auf dem 30.000m² großen Gelände zehn Mimen des DRK und des THWs verteilt, die es nun hieß so schnell wie möglich zu finden und zu versorgen. Auch die 3 Übungs-Puppen, die im Wasser trieben mussten an Land gebracht und durch das THW an das DRK zur Erstversorgung übergeben werden. Zur wasserseitigen Absicherung stand die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit einem Rettungsboot und insgesamt 3 Helfern zur Verfügung.

Mit Eintritt der Dämmerung musste an der Einsatzstelle eine Ausleuchtung sichergestellt werden, so dass gegen 17:30 Uhr weitere Kräfte nachalarmiert wurden. Auch das DRK forderte die Einsatzkomponente „Verpflegung“ nach, um alle Helfer mit warmen Getränken zu vorsorgen. Die Einsatzkräfte mussten nun, bei Temperaturen um die 8°C, auf dem offenen Gelände, sich Zugang zu eingeschlossenen Verletzten verschaffen, eine Löschwassereinspeisung mit Hilfe einer 5000l Hochleistungspumpe errichten und mit Notärzten und Sanitätern die bereits geretteten Verletzten notfallmedizinisch versorgen. Gegen 21:30 Uhr hieß es dann, „der letzte Verletzte wurde gefunden und versorgt“ und alle 75 Helfer konnten durchatmen. Auch wenn es sich glücklicherweise „nur“ um eine Übung handelte, konnte man die Erleichterung in den Gesichtern der Helfer sehen, die sich nun nach einem 4 Stündigen Einsatz auf den Rückweg zu Ihren Dienststellen machten, um die Einsatzbereitschaft für die Bevölkerung wieder herzustellen.

Die Übungsleiter des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes Philipp Schildt (THW) und Marcel Kübel (DRK) sprachen von einer erfolgreichen gemeinsamen Übung. Zusammen zogen sie das Fazit einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen in der Gefahrenabwehr des Bevölkerungsschutzes. Besonders begeistert waren Beide zu sehen wie professionell die einzelnen Helfer, die im normalen Leben im Büro sitzen, an der Universität studieren oder in der KFZ-Werkstatt Autos reparieren, im Einsatzfall professionell agieren, um in Extremsituationen Menschleben zu retten.

Wir bedanken uns besonders bei den Neuss-Düsseldorfer Häfen, der DLRG und der Kreisleitstelle für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Nicht zuletzt gilt unser Dank auch den vielen Ehrenamtlichen Helfer, welche einen erheblichen Teil Ihrer Freizeit für den Bevölkerungsschutz opfern.

Text: Thomas Feldberg

Fotos: Bora Tarkan, Holger Klement


 
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