Neuss/Grevenbroich. Es ist Freitag der 06. Januar 2012, ein schweres Erdbeben trifft den Rhein-Kreis Neuss mit voller Wucht. Viele Straßen sind zerstört und viele Orte müssen ohne Strom und Wasser auskommen. Die Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheit sind im gesamten Kreisgebiet im Einsatz - Einheiten des Technischen Hilfswerks sind ebenfalls mit Sicherungs- und Aufräummaßnahmen befasst. Alles halb so schlimm, denn in Grevenbroich-Kapellen wird der Ernstfall geübt und trainiert.
Samstag 14 Uhr in Grevenbroich: Zugtrupps (Neuss und Mönchengladbach) nehmen die alarmierten Einheiten des gesamten Geschäftsführerbereichs Mönchengladbach in Empfang und geben einen kurzen Überblick der aktuellen Lage, notieren Stärkemeldungen und weisen Stellplätze im Bereitstellungsraum zu. Zwei weitere Zugtrupps, die Führungseinheit jedes Technischen Zuges im THW, nehmen in dieser Zeit bereits die zugewiesene Schadensstelle in Augenschein und erkunden die Lage vor Ort. Nach und nach werden die Einheiten aus dem Bereitstellungsraum abgezogen und in drei Untereinsatzabschnitten in Kapellen eingesetzt.
Beim Eintreffen der Fahrzeuge im Schadensgebiet erfolgt eine genaue Einweisung der Gruppenführer in die abzuarbeitenden Einsatzaufträge durch den Zugführer aus Grevenbroich, der bei seiner Arbeit durch dem Eigenen und den Zugtrupp aus Krefeld unterstützt wird.
Es gilt zunächst das Gelände eines Chemie-Unternehmens zu Sichern und für die anstehenden Arbeiten auszuleuchten. Ein Gebäudeteil muss mittels EGS (Einsatz-Gerüst-System) und Ankerstäben versteift werden um an anderer Stelle mit schwerem Gerät arbeiten zu können. Die Trümmer der Nebengebäude werden von Bergungsgruppen abgesucht und durch die Fachgruppe Räumen beseitigt. Die Fachgruppe Logistik übernimmt die Verpflegung der Einheiten, die Fachgruppe FK (Führung und Kommunikation) richtet ein 4m-Funk-Relais ein. Nachdem auch das Gebäude des Ortsverbands Grevenbroich extern mit Strom versorgt ist, arbeiten die Gruppen aus insgesamt sieben Ortsverbanden die Aufträge ab.
Gegen etwa 21:30 Uhr wurde die Übung durch die Übungsleitung beendet und das verbaute Material wurde zurückgebaut und verlastet - unter den Strich konnte eine positive Bilanz gezogen werden, denn alle Arbeiten wurde im Sinne der Übung erledigt und das gesetzte Ziel erreicht.
An der Übung waren über 100 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen mit knapp 20 Gruppen aus den Ortsverbänden Neuss, Mönchengladbach, Hückelhoven, Erkelenz, Viersen, Krefeld und Grevenbroich beteiligt.
Text: Sebastian Friedrichs
Fotos: Bora Tarkan









